5 Dinge, die du beachten solltest, wenn du dir ein Ziel setzt

Sich Ziele zu setzen, ist schnell gemacht: Ich möchte ein paar Kilos abnehmen. Ich will endlich einen Job, der mich erfüllt. Ich möchte mich nicht immer so stressen. Doch keines dieser Ziele ist wirklich optimal definiert.

Doch was macht ein Ziel aus, bei dem dich alleine die Formulierung schon beflügelt und auf Erfolgskurs bringt?

Es gibt viele bekannte Zielsetzungsmethoden, wie  z. B. SMART oder PURE. Schon mal von einer gehört? Ich finde, dass sie alle ihren Wert haben, doch keine ist bisher die Offenbarung aus meiner Sicht.  Viele Coaches kombinieren deshalb mehrere Methoden. Das hat allerdings einen Nachteil: Es wird komplizierter. 

Und das kann den ein oder anderen angehenden Zieleverwirklicher gleich zu Beginn etwas überfordern. Stell dir vor, jemand hat das Ziel, den Welthunger mit einer speziellen Pflanzenzüchtung zu stoppen und scheitert dann daran, dass dieses Ziele-setzen-Ding so komplex ist. Schade, oder?

Unter uns gesagt:  Es gibt tatsächlich Menschen dort draußen, die sehr erfolgreich ihre Ziele erreichen, ohne auch nur einen blassen Schimmer von Zielsetzungsmethoden zu haben. Dass das möglich ist, kann nur ein Fehler in der Matrix sein. 🙂 Dennoch profitierst du davon, wenn du ein paar Basics kennst und auch anwendest.

Ich mag es lieber einfach und präsentiere dir nun die 5 wichtigsten Eigenschaften, die nach meiner Erfahrung eine Zielformulierung speziell im Bereich “persönliche Ziele” haben sollte. Den Rest sortieren wir in der Kategorie “Mut zur Lücke” ein. Du kannst die folgenden Punkte wie eine Checkliste sehen, die du auf deine Zieldefinition anwenden kannst. Du prüfst also ganz konkret, ob deine Zieldefinition jeweils diese Eigenschaft hat. Ok? Dann lass uns starten.

1. Dein Ziel sollte attraktiv sein. 

Die Frage ist hier: Wie hoch ist deine Begeisterung für dein Vorhaben?

Irgendwie ist dieser Punkt auf den ersten Blick eh klar: Man setzt sich nur ein Ziel, auf das man wirklich Lust hat. Auch wenn es hier natürlich auch Ausnahmen gibt.

Attraktiv bedeutet aber für die meisten Menschen doch meist ein “wäre schön, wenn ich das hätte, könnte bzw. sein würde.” Vieler dieser Wünsche sind aber oft keine echten Herzenswünsche. 

Teilweise sind sie unbewusst indoktriniert von außen, wie z. B. schlank zu sein, ein Haus zu bauen, als Manager groß rauszukommen oder Papas Firma zu übernehmen. Hier geht bei den ersten größeren Schwierigkeiten oft sehr schnell der Saft aus. Oder man schaltet um in den Kampfmodus und beißt sich durch. Ganz nach den Worten des Hollywoodhelden John Rambo: “Ich kämpfe einen Krieg, den du nie verstehen wirst.” Doch für ein Ziel zu kämpfen, führt meist zu Krämpfen.

Wie hoch dein innerer Antrieb wirklich ist, spürst du ganz einfach am Grad deiner Begeisterung für dein Vorhaben. Wie fühlst du dich, wenn du dir vorstellst, dass dein Vorhaben tatsächlich Realität geworden ist? 

Bereit für einen Test? Tut nicht weh und dauert nur maximal 1 Minute:

  1. Wir atmen ein… Wir atmen aus… 
  2. Wir schließen unsere Augen.
  3. Wir sind völlig entspannt. Im Hier und Jetzt. 
  4. Ommmm…. Äh sorry, ich drifte etwas ab. 
  5. Und nun stelle dir vor, dass dein Lieblingsziel jetzt schon Realität wäre…  Geh so richtig hinein in die Szenerie…
  6. Achte auf die Bilder und die Gedanken, die in dir hochkommen und vor allem auf deine Gefühle… 
  7. Mach es, mach es, mach es… 
  8. Fertig.

Und? Regt sich in dir soviel positive Emotion, wie beim fünften Besuch der immergleichen Tupperparty, zu der dich deine Freundin mitschleppt? Oder spürst du da eine gewisse Begeisterung und vielleicht sogar Vorfreude? Ja? Dann liegst du mit diesem Vorhaben richtig. Richtig deshalb, weil du persönlich wirklich dahinter stehst.

Mein Tipp: Nimm in deine Zielformulierung diese Emotionen und Gefühle mit hinein. Immer wenn du es liest, wird es dich an diesen Zustand erinnern. 

Zur Verdeutlichung zwei Beispiele: 

  • Beispiel 1: “Ich absolviere einen Englischsprachkurs.“ 
  • Beispiel 2: „Ich lerne Englisch, um mich auf Reisen besser zu verständigen und Verbundenheit mit den Menschen zu spüren.”

Im ersten Beispiel ist soviel positive Emotion drin, wie bei einer Neujahrsansprache von Angela Merkel. Und Beispiel 2 enthält das, worum es dir WIRKLICH geht. 

2. Dein Ziel sollte konkret sein.

Hier ist die Frage: Was willst du genau erreichen?

Ein Gespräch zwischen zwei Menschen: 
“Und? Was ist so los in deinem Leben?” – “Hey du, ich starte jetzt voll durch. Ich hab voll das krasse Projekt am Start. Es ist total groovy! Ich mach jetzt was mit Menschen.” – “Ja und was?” – “Äh… Mal schauen… Mit Menschen und so… Wird jedenfalls ein Riesending!”

Wenn man sich ein Ziel setzt, dann sollte es schon einigermaßen konkret sein. Es muss ja nicht alles festgenagelt sein, aber eine einigermaßen klare Vorstellung hilft dir, dich zu fokussieren.

Wie konkret soll es sein? Das stellst du ganz einfach mit folgendem Test fest: 

  1. Du schnappst dir – nur mal angenommen – jemanden aus deinem persönlichen Umfeld.
  2. Du reibst ihm deine schriftlich formulierte Zieldefinition unter die Nase. 
  3. Sie bzw. er kann selbstständig überprüfen, ob du dein Ziel erreicht hast.

Zur Verdeutlichung zwei Beispiele:

  • Beispiel 1: “Ich mache mehr Sport.”
  • Beispiel 2: “Ich nehme an einem Halbmarathon teil.”

Was glaubst du, welches Ziel kann ein anderer Mensch tatsächlich als umgesetzt überprüfen? Welches ist konkreter? Na klar: Beispiel 2. Bei Beispiel 1 wäre das Ziel schon erreicht, wenn du dich einmal in der Woche am Rücken kratzt. Tja, das kann man schon als eine Art Yoga-Einheit werten. Für mich zumindest. 🙂

3. Dein Ziel sollte positiv formuliert sein.

Hier ist die Frage: Wie sieht im idealen Fall deine Zukunft aus?

Nehmen wir mal folgendes Ziel als Beispiel: “Ich arbeite am 30.10.2015 nicht mehr für meine aktuelle Firma.” Das ist ein attraktives, konkretes Ziel. Attraktiv deshalb, da – nur mal theoretisch angenommen – ich einen Vollpfosten als Chef habe. Also nix wie weg.

Nur wo werde ich dann Anfang November wohl arbeiten? Da hilft nur noch ein verzweifelter Anruf bei der Astro-Hotline und ein damit verbundener, kostspieliger Blick in die Tarot-Karten: “Ohhh… Ich sehe einen neuen Vollpfostenchef auf Sie zukommen….” Na prima.

Definiere dir also stets ein Ziel, das klar beschreibt, wo du hin willst und nicht, wovon du weg willst.

4. Dein Ziel sollte in der Gegenwartsform definiert sein.

Hier ist die Frage: Ist es so formuliert, als wärest du schon dort?

Wenn es in Gesprächen um persönliche Ziele geht, dann höre ich immer wieder folgendes: “Ich will dies… Ich will jenes… Ich möchte dies… Ich möchte das…”. Das sind aber keine Ziele, sondern Wünsche. Ein Ziel ist ein konkretes Vorhaben, mit der Absicht, es umzusetzen. Ein Wunsch ist deutlich unverbindlicher.

Ziele formulierst du am besten in der Gegenwartsform. Dein Ziel beschreibt also den Zielzustand, den du erreichen möchtest. Damit signalisierst du deinem Unterbewusstsein bereits ein Bild des gewünschten Ergebnisses.

Zur Verdeutlichung zwei Beispiele:

  • Beispiel 1: “Ich will drei Kilo abnehmen.”
  • Beispiel 2: “Ich habe mein Traumgewicht von 70 Kilo und fühle mich damit pudelwohl.”

Der aufmerksame Leser checkt sofort: Beispiel 1 ist kein Ziel, sondern ein Wunsch. Und Beispiel 2 trifft es auf den Punkt, inklusive einer emotionalen Komponente. 

5. Dein Ziel sollte in der Ich-Form sein.

Hier ist die simple Frage: Beginnt deine Zielformulierung mit “Ich”?

Manche Menschen gestehen sich nicht ein, was sie tief in ihrem Herzen erreichen möchten. Vielleicht existieren negative Bewertungen oder einschränkende Glaubenssätze, die uns hemmen, um uns unseren wahren Zielen zu öffnen.

Das ICH ganz am Anfang einer Zieldefinition hat eine gewisse innere Signalwirkung.  Das ist unser ganz persönliches Statement: Hey, ich stehe dazu. ICH will das verwirklichen. Ok, es klingt verrückt und möglicherweise sogar etwas unrealistisch. Aber es ist MEIN Traum. 

Und so steigert das ICH auch dein Bewusstsein für deine Eigenverantwortlichkeit. DU hast es in DEINER Hand. 

Ok, das waren nun die fünf Eigenschaft, die ich persönlich als besonders wichtig ansehe. Wenn nun ein oder zwei Punkte so gar nicht auf deine Zielsetzung passen, dann lass es einfach weg. Es geht hier nicht um strenge Regeln oder irgendein Dogma, sondern mehr um Empfehlungen. 

Viel wichtiger ist, dass dir dein Vorhaben wirklich am Herzen liegt und du tatsächlich auch ins TUN kommst. Und dann natürlich auch dran bleibst.

Ich wünsche dir dabei jedenfalls viel Erfolg.

About Christian Kirschner

Christian Kirschner ist tätig als Tool-Entwickler, Kabarettist, Coach und Autor und unterstützt dabei Menschen, ihr wahres Potential zu erkennen und zu leben. Er lebt mit seiner Familie in Regensburg.

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